PlattformenUnter Windows ist die Endung einer Datei eng mit dem Programm verknüpft, welches dann diese Datei öffnet. Alles läuft über die drei letzten Buchstaben im Dateinamen, der sogenannten Datei-Endung, dem Datei-Suffix, der Extension oder wie man es noch nennen möchte.
Diese Endung signalisiert Windows beim Doppelklick, welches Programm gestartet werden soll und die gewählte Datei öffnen soll. Dabei schaut Windows in bestimmte Teile der Windows-Registry (einer Art Systemdatenbank).
Ändert man die Endung in eine dem System unbekannte Endung, so bekommt man sofort einen Hinweis, dass diese Endung nicht bekannt ist und man unter Umständen Probleme beim Öffnen dieser Datei durch einen Doppelklick bekommen wird.
Auch das Datei-Icon, das ansonsten recht gut den Typ und ggf. das zugeordnete Programm anzeigt, wandelt sich in ein universelles Windows-Datei-Icon.
Doppelklickt man nun auf eine solche, umbenannte Datei findet Windows kein passendes Programm, obwohl es sich in Wirklichkeit ja immer noch um eine Datei des gleichen Typs handelt und bringt einen Auswahldialog, in dem man nun ein geeignetes Programm seiner Wahl dieser unbekannten Endung zuweisen kann.
Daraufhin versucht dann dieses Programm die Datei zu öffnen und in der Registry wird einen neue Datei-Endung mit der Verbindung zu diesem Programm eingetragen. (sofern die untere Checkbox angeklickt ist)

Links im Bild sind eigentlich zwei Word-Dateien zu erkennen, bei der einen wurde aber lediglich die Endung ".doc" in ".tif" umbenannt. Beides sind dem System bekannte Endungen und so versucht Windows bei einem Doppelklick auf die Datei "Anfrage.tif" die ja eigentlich immer noch existierende Word-Datei mit einem Graphik-Programm zu öffnen, das TIFF-Bilder einlesen kann.
Will das System oder Software eines Drittanbieters feststellen, welches Programm für das öffnen einer bestimmten Datei zuständig ist, so richtet es sich dabei nämlich nicht in erster Linie nach der standardmäßig von einem Punkt eingeleiteten Endung des Dateinamens sondern bittet einen in das Mac Betriebssystem integrierten Dienst um Hilfe.
Dieser größtenteils im Hintergrund agierende Dienst hört auf den Namen "Launch Services" und ist dafür zuständig, festzustellen, mit welchem Programm eine Datei geöffnet werden soll. Dazu analysiert Launch Services die zu öffnende Datei und arbeitet davon verschiedene Kriterien ab, anhand derer das passende Programm ermittelt werden kann. In erster Linie prüft Launch Services dabei die so genannte Creator Signature (Ersteller Signatur). Dieser Code existiert schon seit den ersten MacOS Versionen und wird beim anlegen einer Datei angelegt. Die Creator Signature steht dabei eindeutig für das Programm, welches die Datei angelegt hat.
Nennt man zum Beispiel eine DOC-Datei so um, dass sie mit ".tif" hinten endet,
so ist Mac OS X auf Basis der Creator-Informationen weiterhin in der Lage
die "verknüpfte" Anwendung zu finden und sie dennoch mit dem richtigen Programm
zu öffnen.
Dennoch ist die Dateiendung auch für Mac Benutzer nicht vollkommen irrelevant: Da der Creator Signature und der File Type Code Eigenschaften sind, die nur auf Mac Systemen verwendet werden, enthält eine Datei, die auf einem Rechner mit Windows erstellt wurde, keine dieser beiden Merkmale. Wird eine solche Datei dann etwa von einem Windows Benutzer an einen Mac Benutzer geschickt, ist die Dateiendung das einzige verfügbare Merkmal, mit dem ein passendes Programm zugeordnet werden kann, und daher unbedingt notwendig.
Doch auch im umgekehrten Fall ist die Dateiendung sehr wichtig: Schickt ein Mac Benutzer eine unter Mac OS erstellte Datei an einen Windows Benutzer, so werden Creator- und File Type Code zwar angelegt, Windows kann mit diesen Informationen allerdings nichts anfangen und ist auf eine gültige Dateiendung angewiesen. Diese werden aus eben diesem Grund jedoch auf dem Mac meist direkt mit angelegt und nur bei der Anzeige auf dem Mac ausgeblendet, sodass es nur selten zu Problemen kommt.
Eingesehen und geändert werden können die Dateiendungen unter Mac OS X auch, wenn sie standardmäßig im Finder nicht angezeigt werden. Nach einem Rechtsklick auf die Datei können die Datei-Informationen aufgerufen werden. Hier kann dann die Endung angepasst und bei Bedarf auch ein und ausgeblendet werden.
Unter Linux spielen ebenso wie auf dem Macintosh Dateiendungen eine nicht so große Rolle. Traditionell ist Unix (Linux) ja ein eher textbasiertes Betriebssstem, das ohne graphische Oberfläche auskommt und daher stellt sich (oft) für einen Unix/Linux-Anwender nicht die Frage, was passiert, wenn er auf eine Datei einen Doppelklick ausführt.
Datei-Endungen unter Linuxern wurde die graphische Oberfläche unter Linux ein Thema.
Bisher hatten die Programme unter Linux bestimmte "Flags", die signalisierten, ob es sich zum Beispiel bei der aufgerufenen Datei um ein ausführbares Programm handelte oder nicht. Erst durch Oberflächen, wie KDE oder Gnome wurde das Thema Dateiverknüpfungen interessant. Da diese Oberflächen allerdings ein Programm, wie jedes andere unter Linux sind (auch XWindows), sind die Oberflächen natürlich bei weitem nicht so mit dem System verwoben, wie zum Beispiel bei Windows.
Das Verhalten des Systems, was passiert, wenn der Anwender auf ein Datei-Icon doppelklickt, hängt daher ganz individuell von dem jeweils verwendeten Window-Manager (z.B. KDE) ab. Dieses System regelt dabei relativ unabhängig von dem eigentlichen Linux/Unix Basis-System, wie es eine Verbindung zwischen einer Datei-Endung und zugehöriges Programm verwaltet.